Die boomende Nachfrage nach KI treibt die Produktionskosten für Chips nach oben – und das macht sich nun direkt bei den Prozessoren bemerkbar. In der Branche läuft eine neue Preiserhöhungswelle: Intel und Qualcomm haben ihre Aufschläge bereits umgesetzt, AMD scheint in den Startlöchern zu stehen.

intelic

Intel zieht die Erhöhung vor

Eigentlich wurde erwartet, dass Intel seine Preise im Oktober um bis zu 10 % anhebt. Ein Lieferkettenbericht der Commercial Times legt jedoch nahe, dass das Unternehmen diese Entscheidung vorgezogen und bereits im September wirksam gemacht hat. Dem Bericht zufolge wurden mehrere Prozessor-Serien preislich angepasst; die größte Auswirkung zeigt sich demnach im High-End-Segment bei den Panther-Lake-Modellen.

Bei Panther-Lake-Prozessoren mit integrierter Grafikeinheit der oberen Klasse soll der Aufschlag zwischen 15 % und 20 % liegen. Auch für die Familien Alder Lake und Twin Lake werden Erhöhungen von 10 % bis 20 % berichtet, während es bei den stromsparenden Einstiegsmodellen bei 5 % bis 10 % bleiben soll.

Qualcomm zieht mit

Intel ist nicht das einzige Unternehmen, das die Preise anhebt. Qualcomm hat bei seinen PC-Plattformen, den Snapdragon-X- und X2-Elite-Serien, die Preise um rund 10 % erhöht. Diese Erhöhung ist laut Berichten zum 1. Oktober offiziell in Kraft getreten.

AMD: Aufschläge bei Ryzen und EPYC

Auch AMD, die starke Kraft im Desktop- und Serverbereich, bereitet laut Berichten Preisänderungen für einige Ryzen- und EPYC-Familien vor. Für die Prozessoren des Unternehmens wird ein Aufschlag von etwa 10 % erwartet. Wann die neue Preisgestaltung gilt, ist noch unklar – angesichts der Schritte von Intel und Qualcomm dürfte eine längere Verzögerung aber nicht zu erwarten sein.

Hinter den Erhöhungen steht TSMC, das die Chips aller drei Unternehmen fertigt. Dem taiwanischen Hersteller wird nachgesagt, die Produktionspreise 2027 erneut anzuheben. Das deutet darauf hin, dass die Preisspirale weiter nach oben laufen dürfte. Wahrscheinlich schlagen die Prozessor-Aufschläge auch auf die PC-Preise durch – wer einen Kauf plant, sollte die Entwicklung also genau im Blick behalten.